Katholisch-Theologische Fakultät

Die Liturgiewissenschaft befasst sich mit dem christlichen Glauben, wie er im Gottesdienst der Kirche Gestalt annimmt. Ihre Quellen sind daher so vielfältig wie der Gottesdienst selbst: Neben Texten kommen unterschiedliche sinnliche Ausdrucksformen in den Blick, so z.B. Symbole und Riten, Gesänge und Lieder, Bilder und Skulpturen, Textilien und Gerüche, die Architektur von Kirchenräumen und deren Ausstattung. Im Zentrum des Interesses stehen neben der römisch-katholischen Liturgie auch die Traditionen anderer Kirchen und Konfessionen sowie des Judentums.
Im Zuge der Liturgischen Bewegung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erhielt die Liturgiewissenschaft ihre klassische methodische Ausrichtung, die durch das Zusammenspiel dreier Perspektiven gekennzeichnet ist:

Forschungsschwerpunkte von Prof. Dr. Ansgar Franz

  • Hymnologie („Kirchenliedforschung”, bezogen auf lateinische Hymnen ebenso wie deutschsprachige Kirchenlieder)
  • Theologische und gesellschaftliche Dimension der Sterbe- und Begräbnisliturgie
  • liturgische Rezeption der Heiligen Schrift
  • Frömmigkeitsgeschichte (Kommunionerinnerungsbilder, Andachtsbücher)

Forschungsschwerpunkte von Dr. Martin Lüstraeten

  • arabisches Christentum, dabei insbesondere die arabischen Übersetzungen christlicher Schriften (Liturgica und Apokryphen)
  • Exorzismus als Teil der christlichen Liturgiegeschichte
  • Liturgie, Magie und Sakramentalität
  • Entwicklungen in der Eucharistiefrömmigkeit vom Hochmittelalter bis zur Neuzeit
  • Liturgiegeschichte als Frömmigkeits- und Mentalitätsgeschichte

Die Forschungsstelle „Kirchenlied und Gesangbuch“ ist hervorgegangen aus dem Interdisziplinären Arbeitskreis „Gesangbuchforschung“. Dieser ist 1992 mit der Absicht gegründet worden, einerseits dem Gesangbucharchiv einen institutionellen Rahmen zu geben und andererseits neue und wegweisende Impulse auf dem Feld der Kirchenlied- und Gesangbuchforschung zu setzen. Dem IAK „Gesangbuchforschung“ gehörten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der katholischen und evangelischen Theologie, der Literaturwissenschaft, der Buchwissenschaft, der Musikwissenschaft und der Soziologie an. Aus diesem Verbund gingen das von der DFG geförderte Graduiertenkolleg „Geistliches Lied und Kirchenlied interdisziplinär“ (1995–2006), das DFG-Projekt „Gesangbuchbibliographie“ (1999–2008) und weitere Projekte rund um die Themen Kirchenlied und Gesangbuch hervor. Damit ist ein wesentlicher Beitrag zur Weiterentwicklung der hymnologischen Forschung geleistet worden. Bis heute prägt die interdisziplinäre Zusammenarbeit, der wissenschaftliche Austausch sowie die gemischtkonfessionelle und kulturgeschichtliche Ausrichtung die Mainzer Gesangbuchforschung. Seit 2017 ist sie institutionalisiert in der an der Katholisch-Theologischen Fakultät angegliederten „Forschungsstelle Kirchenlied und Gesangbuch“, die von Prof. Dr. Ansgar Franz geleitet wird.

Weitere Projekte auf https://www.gesangbucharchiv.uni-mainz.de/

  1. "Was die Stunde geschlagen hat" – Liturgie der Tagzeiten
    Dozent:in: Univ.-Prof. Dr. Ansgar Franz
  2. Einführung in die Liturgiewissenschaft
    Dozent:in: Univ.-Prof. Dr. Ansgar Franz
  3. Einführung in die Praktische Theologie
    Dozent:in: Univ.-Prof. Dr. Stefan Altmeyer; Univ.-Prof. Dr. Ansgar Franz; PD Dr. theol. habil. Wolfgang Fritzen; Prof. Dr. Matthias Pulte
  4. Kirchenlied und Gesangbuch als Spiegel der Kultur- und Frömmigkeitsgeschichte
    Dozent:in: Univ.-Prof. Dr. Ansgar Franz
  5. Orte der Religion: Äthiopischer Gottesdienst
    Dozent:in: Univ.-Prof. Dr. Ansgar Franz

SoSe 2026

Mittlerweile gibt es einige wichtige Publikationen zum Online-Lesen, die wir Ihnen hier zusammengestellt haben:

Sind Sie auf der Suche nach Publikationen zu bestimmen Themen aus der Liturgiewissenschaft, empfehlen wir Ihnen einen Blick in unsere Bibliothekssystematik:

Wenn Sie sich für die Mündliche Prüfung im Modul 12 (Vertiefung Systematische Theologie und Praktische Theologie)
oder im Modul 21 (Nicht-künstlerisches Beifach II) des lehramtsbezogenen Masterstudiengangs
anmelden wollen, informieren Sie sich hier über Voraussetzungen und Ablauf der Prüfung:

Johannes Gutenberg-Universität
FB 01 Katholisch-Theologische Fakultät
Abteilung Liturgiewissenschaft und Homiletik
D-55099 Mainz

Johannes Gutenberg-Universität
FB 01 Katholisch-Theologische Fakultät
Abteilung Liturgiewissenschaft und Homiletik
Saarstraße 21
D-55122 Mainz

Johannes Gutenberg-Universität
FB 01 Katholisch-Theologische Fakultät
Seminar für Praktische Theologie
Abteilung Liturgiewissenschaft und Homiletik
Wallstraße 7a, 1. OG links; Räume 01-122; 01-116; 01-112
D-55122 Mainz

Interaktive Karte: https://maps.uni-mainz.de/

Wegbeschreibung vom Hauptbahnhof aus:

  • Verlassen Sie den Mainzer Hauptbahnhof durch den rückwärtigen Westausgang (also nicht zum Bahnhofsplatz hin).
  • Halten Sie sich sofort rechts und gehen Sie einen Weg mit Treppenstufen hinauf auf ein großes Gebäude zu, in dem sich u.a. eine Apotheke befindet.
  • Überqueren Sie an der Ampel die Straße zu diesem Gebäude hin.
  • Wenden Sie sich nach rechts und folgen Sie in nordwestlicher Richtung der leicht ansteigenden Wallstraße.
  • Nach etwa 80m biegen Sie auf einen kleinen Weg nach links ab, der zum Taubertsbergbad hinauf führt.
  • Nach etwa 40m liegt links der Haupteingang zu den beiden theologischen Fakultäten und der Bereichsbibliothek Theologie (Wallstraße 7a).

Die beiden Reihen „Pietas Liturgica“ und „Pietas Liturgica. Studia“ wurden von Hansjakob Becker begründet und werden seit 2000 von Ansgar Franz herausgegeben und seit 2016 von Ansgar Franz und Alexander Zerfaß. In ihnen werden „Interdisziplinäre Beiträge zur Liturgiewissenschaft“ zusammengetragen. Sie erscheinen in Zusammenarbeit mit dem Verein „Kultur – Liturgie – Spiritualität e.V..

Die Mainzer Hymnologische Studien wurden von Hermann Kurzke begründet und von ihm und Christiane Schäfer herausgegeben; das neue Herausgeberteam besteht aus Ansgar Franz und Christiane Schäfer. Die Reihe erscheint in Verbindung mit der Forschungsstelle „Kirchenlied und Gesangbuch“ der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Hymnologie.

Jedes Jahr im Dezember feiern wir in der Augustinerkirche eine Vigil. Was das ist und warum wir das machen, erfahren Sie hier:

Die Werkstatt Liturgie im Karmel Mainz veranstaltet in der Regel einmal im Monat an einem Freitag um 18 Uhr anstelle der Messe eine Wort-Gottes-Feier in der Karmeliterkirche, zu der alle herzlich eingeladen sind.

Fast jedes Semester wird die Übung „Orte der Religion“ angeboten, die aus dem gemeinsamen Besuch eines fremden Gottesdienstes besteht, der mit entsprechenden Einführungen durch den Dozenten vorbereitet und anschließend ausgewertet wird. Für Fachleute christlicher Religion ist die Wahrnehmung expliziter Religion notwenig. Der fremde Gottesdienst erweitert den Horizont des eigenen, gewohnten Gottesdienstes.

Die Übung ist seit 2024 auch Bestandteil des fächerübergreifenden Modul RL „Religious Literacy / Religionssensibilität“ als „Übung: B.2. Orte des Religiösen“. Weitere Informationen zu diesem Zertifikat.

Im SoSe 2026: Äthiopischer Gottesdienst

Chronik der Übung „Orte der Religion“

WiSe 2025/26: Muslimisches Freitagsgebet

SoSe 2025: Syrisch-Orthodoxer Gottesdienst

WiSe 2024/25: Koptischer Gottesdienst

WiSe 2019/20: Koptischer Gottesdienst

WiSe 2018/19 (im Rahmen des Seminars „Liturgien im Vergleich“):

  • Der Gottesdienst bei den Siebenten-Tags-Adventisten
  • Die Liturgie der Chaldäischen Kirche (ostsyrischer Ritus)
  • Die Eucharistie im außerordentlichen Ritus der römisch-katholischen Kirche („tridentinischer“ Ritus)
  • Die Liturgie der russisch-orthodoxen Kirche (byzantinischer Ritus)

SoSe 2018: Der Gottesdienst der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen)

SoSe 2017: Die Andacht bei den Bahai

WiSe 2016/17: Syrisch-chaldäischer Gottesdienst

WiSe 2015/16: Koptischer Gottesdienst

SoSe 2013: Äthiopischer Gottesdienst

WiSe 2012/13: Tridentinische Messe

SoSe 2012: Russisch-orthodoxer Gottesdienst

WiSe 2011/12: Muslimisches Freitagsgebet

SoSe 2011: Lutherischer Gottesdienst

WiSe 2010/11: Anglikanischer Gottesdienst

WiSe 2009/10: Koptischer Gottesdienst

SoSe 2009: Äthiopischer Gottesdienst

WiSe 2008/09: Evangelisch-reformierter Gottesdienst

Die Vereinigung „Kultur – Liturgie – Spiritualität e.V.“ ist eine „Interdisziplinäre Vereinigung zur wissenschaftlichen Erforschung und Erschließung des christlichen Gottesdienstes“ und besteht seit 1985. Sie ist interdisziplinär und ökumenisch ausgerichtet und will eine Plattform sein für alle, die mit der Liturgie zu tun haben.

1. Vorsitzender: Prof. Dr. Ansgar Franz